Menschen sind sehr wahrscheinlich lediglich materiell
Menschen sind nicht aus dem nichts entstanden, sie sind materiell. Von daher besteht ein Mensch, je nachdem wie tief man hinuntergehen möchte, meinetwegen aus Automen. (Der Vollständigkeit halber möchte ich auf folgenden Umstand hinweisen: Es es sind alte aber grundsätzlich bis heute ungekärte philosophische Fragen, die man grob vereinfacht und verkürzt so formulieren könnte: Schaffen letztlich Atome Bewusstsein oder schafft Bewusstsein Atome? und: Ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile?) An anderer Stelle habe ich bereits dargelegt, dass mir derzeit kein wissenschaftlicher Beweis für einen nichtstofflichen und sogar nicht mit unserer physikalischen Welt wechselwirkenden Geist bekannt ist, auch nicht für solche gedanklichen Konstrukte wie Psyche oder Seele.

Kredit von der Natur Wir haben also nicht nur unsere Umwelt nur von unseren Kindern geliehen, wie immer wieder betont wird, wir haben sogar für unsere pure Existenz selbst eine Art Kredit von der Natur genommen (die wiederum selbst von woher genau auch immer eine Art Kredit genommen hat und diesen evtl. gnadenlos überzogen hat und eine Art faktische Restschuldbefreiung erwirkt hat...), der natürlich irgendwann wieder zurückgezahlt werden muss. In einem Anfall von akuter Kreativität habe ich, um diesen Umstand zu unterstreichen, höchstpersönlich den Begriff 'mobile Humuseinheit' kreiert. Ich betrachte mich selbst letztlich übrigens als eine Art Experiment der Natur, ich werde mich - insb. genetisch - und insb. langfristig durchsetzen können oder eben nicht. An anderer Stelle gehe ich auf diesen Punkt nochmal näher ein.

(Übrigens: In meiner kleinen aber feinen Wortsammlung befinden sich folgende Synonyme für Mensch: Kohlenstoffeinheit, Knochensack, Humanoide Lebensform auf Kohlenstoffbasis, Skelette, Biologisches Programm, Player, Interessensträger, Subjekt, Zellhaufen, Protein-Wasser-Gemenge, Hochentwickelter Affe, Immunologischer Torus. Einteilung des Menschen grob in drei Kategorien: Erleuchtet, Beleuchtet, Unterbelichtet.

Wo stamme ich also her
Folgende Überlegung, die ich mir von anderer Stell ausgeliehen habe: Wären alle Wassermoleküle in einem dl Wasser markiert, so dass man sie später wiedererkennen könnte und würde man diesen Becher auskippen und diese Möleküle würden sich über alle Wasservorräte der Erde gleichmäßig verteilen, dann wären irgendwann in jedem Deziliter irgendwo auf der Erde 250 markierte Wassermoleküle. Das bedeutet IMHO folgendes: Wenn also vor 1000 Jahren jemand in einen Fluss gepinkelt hat, und das sich gleichmäßig über alle Wasservorräte der Welt verteilt hätte, dann stecken in 100 ml Wasser, ca. 25 Atome davon. Bei Atomen herrscht allerdings Identikalität, sie weisen grundsätzlich unter gleichen Umständen betrachtet keine individuellen Merkmale auf, auch bestimmte Eigenschaften, wie z.B. ein/eine - wenn auch nur rudimentäre - Individualität, Markierung, Gedächtnis, Bewusstsein oder gar eine Form von Intelligenz, wie es eine zeitlang von Quanten angenommen wurde um bestimmte Effkte zu erklären, wurden niemals festgestellt. Im Gegenteil, es herrscht wie bereits erwähnt Identikalität. Selbst für das modernste und bestausgestatteste Labor der Welt gilt, dass z.B. ein Wasserstoff-Atom aus der Athmosphäre eines Planeten der entferntesten Galaxie unter gleichen Bedingungen ununterscheidbar von einem solchen Atom etwa aus einer Schweineborste vom Planeten Erde ist.

Wir haben eine Geschichte
Es ist nicht ganz grundsätzlich unumstritten aber die vorherrschende Meinung ist wohl, dass bis zum Beweis des Gegenteils davon auszugehen ist, dass eine Kontinuität besteht. Ein Atom hat also durchaus eine Geschichte, denn es handelt sich im auch jahrmillionen später immer noch ein und dasselbe Atom. Wenn ich also aus Atomen bestehe, die sich hier und jetzt genauso zusammengefunden haben um mich so wie ich bin, mit allem drum und dran zu bilden, wo waren die eigentlich z.B. vor 100 Jahren? Waren sie teilweise In einem Tier, einer Pflanze, einem anderen Menschen? Es ist also gar nich so unwahrscheinlich, dass ich ein paar Atome in mir habe, welche sich zumindest zeitweilig mal in Jesus, Albert Einstein oder auch in Adolf Hitler aufgehalten haben. Übrigens auch rein genetisch betrachtet besteht evrl. kein Grund die Sektkorken knallen zu lassen, mir hat mal jemand vom Fach erzählt, dass es gute Hinweise darauf gibt, dass ein Großteil der jetzigen Menschheit evolutionär erfolgreiche Genvarianten in sich trägt, die von Menschen stammen, die als Person und nach ihren Handlungen bewertet, nach heutigen und in unserer Kultur geltenden Maßstäben, als kriminell und pervers bewertet würden. Dieser Gedanke war mir selbst schon gekommen aber ich habe mich nicht getraut ihn öffentlich zu äußern, denn wer will schon hören, dass er die Auslese von im Bedarfsfalle kriminellem skrupellosen Pack darstellt. Diese Geschichte von der angenommenen göttlich angehauchten Menschenentstehung, wobei der Mensch sogar als Krönung der Schöpfung nach Gottes Ebenbild bezeichnet wird, hat sich eben besser durchsetzen können.

Wert eines Menschen
Die Chemikalen aus welchen ein Mensch besteht sind grundsätzlich für ein paar Euro am Chemikalienmarkt zu erwerben. Aus rein materiellen Blickwinkel ist ein Mensch also tatsächlich nicht viel wert. Allerdings hat sich die Annahme einer Menschenwürde, zumindest in einigen Teilen der Welt durchsetzen können und diese Würde ist auch schutzwürdig und wird auch durch entsprechende Gesetze gewährt. Und ja, mir ist bekannt,d ass in einigen Teilen der Welt derzeti ein Menschenleben nir nur theoretisch sondernauch faktisch nichts wert ist. Rein statisch gesehen ist ein Mensch auch keine knappe Ressource sondern zur Zeit gilt folgendes: Während einer geht, kommt woanders schon wieder mehr als einer ins Spiel dazu.

Sind wir denn wenigstens irgendwas auf das wir stolz sein könnten?
Es sieht danach aus, als ob die Menschheit im Wesentlichen aus an ihren Lebensraum mehr oder weniger gut angepassten Afrikanern besteht, zum Teil einen genetischen Neanderthaler-Einschlag aufweisend. Sind wir denn wenigstens echte reinrassige Deutsche oder sowas? Auch da muss man darauf hinweisen, dass das heutige Deutschland ein Konstrukt ist, dass sich geschichtlich gesehen eher langsam entwickelt hat. Außerdem kann es gut sein, dass in 50.000 Jahren der Begriff Deutschland nur noch bei Historikern entsprechende Assoziationen auslöst. Wer kann schon von sich behaupten, lückenlos nachweisen zu können, dass bis weit in die Menschheitsgeschichte zurück, nur ganz bestimmte Menschen Teile ihres Erbguts in einem hinterlassen haben? Zu meiner Schulzeit war der Begriff Rassen bezogen auf Menschen übrigens nicht so ungewöhnlich und auch gar nicht irgendwie negativ besetzt. Es hat allerdings, um es nochmals ausdrücklich zu sagen, wirklich niemand eine Art Rangfolge im Sinne von Wertigkeit der Rassen behauptet und - rein zufällig -für die Behaupter oder die Anwesenden eine Überlegenheit behauptet oder auch nur ansatzweise angedeutet. Wie schon so oft erwähnt: Es ist normal verschieden zu sein. Aus irgendwelchen Unterschieden gleiche etas herleiten zu wollen, hat sich schon so oft als nicht, insb. wissenschaftlich, nicht haltbar erwiesen. Der Begriff 'Rasse' gilt, von Spezialbereichen ausgenommen, allerdings mittlerweile - auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten - als nicht zutreffend und damit als veraltet. Ich hatte übrigens nie großartige Probleme mit Menschen, die von mir, unter welchen Gesichtspunkten auch immer betrachtet, als eher unähnlich empfunden wurden. Außerdem sollte man zwischen Erscheinungsbild (Phänotyp) und genetischer Grundlage (Genotyp) unterscheiden, es kann gut sein, dass ein Ausländer oder wie das heut heißt ein Mensch mit Migrationshintergrund,ihnen genetisch viel näher ist als ihr als urdeutsch empfundener Nachbar. Übrigens: Ein Völkerkundler, der viel in der Welt herumgekommen ist hat mir mal als Fazit seiner langjährigen, auch persönlichen Forschung, folgendes als sein persönliches Fazit mitgeteilt: Egal wo man hinkommt, es gibt immer solche und solche. Ich hatte das so ungefähr auch schon vermutet. Man sollte sich übrigens nicht unbedingt damit beschäftigen wieviele Mörder, Betrüger, Diebe usw. rein statistisch im persönlichen Umfeld anzutreffen sind, jedenfalls nicht wenn man ängstlicher Natur ist. Es mag zutreffend sein, dass es gewisse Mentalitäten gibt und auch die konkreten Situationen ein bestimmtes Verhalten in genau einem Ort zu genau dieser Zeit ein bestimmtes Verhalten fördern, aber an der Kernaussage: "Solche und solche", ändert das grundsätzlich nichts. Ich bin immer froh, wenn ein Fachmann, sozusagen OTR (Off the record, d.h. unter vier Augen, ohne Aufzeichnung und ohne Beweiswert) mal sagt, was er denn ganz persönlich von einer bestimmten Sache wirklich hält, insb. vor dem Hintergrund seiner erworbenen Fachkenntnisse. Er würde das so wahrscheinlich niemals in einer wissenschaftlichen Arbeit zur allgemeinen Diskussion stellen aber auch ein Experte ist ein denkendes atmendes fühlendes Wesen, dass sich eine Meinung gebildet hat. Insb. wenn Physiker etwas herumspinnen, z.B. wie könnte denn eine unmögliche Zeitreise trotzdem möglich sein, höre ich immer besonders interessiert zu. Achso: In entsprechenden Diskussionen wird auch immer gerne folgende Argument vorgebracht: Wo genau befindet sich denn die lange Liste afrikanischer oder asiatischer Nobelpreisträger? Auch dafür gibt eine plausible Erklärung. Grob und kurz: Unsere (meinetwegen westliche) Entwicklung war halt so, dass sich ab einem bestimmten Zeitpunkt wissenschaftliche Überlegungen begünstigende Umstände entwickelt haben. Oder anders formuliert: Auf lange Sicht, also früher oder später, wären alle anderen auch darauf gekommen. Der Weg der Wissenschaft war übrigens sehr steinig, Harlad Lesch sagte z.B.: Wir haben uns hochgeirrt. Und so genau ist es auch, teilweise gab es auch harte Widerstände gegen die Wissenschaft. Und wir müssen auch fair sein, wer sagt denn, dass der ein oder andere Mensch nicht irgedwo in einer völlig anderen Umgebung, ohne Strom, ohne Wasser aus der Leitung, in einer kleinen Hütte lebenf, in der Nähe eines Strandes nicht viel glücklicher wäre als hier in Deutschland? Woran sollen wir eigentlich genau objektiv den (auch wissenschaftlichen) Erfolg unserer Unternehmung messen? Da bleibt doch letztlich nur das Kriterium ob die Menschen damit glücklich sind übrig.

Unterscheidet uns denn wenigstens die Liebe von anderen Lebewesen? Für manche ist Liebe Gottes Geschenk an die Menschheit, für mich ist es lediglich ein biochemisches Feuerwerk, vielleicht ist auch Liebe nur eine Motivation, eine Art biochemisches Feuerwerk, um letztlich die Fortpflanzung mittels Sex und die anschließende gemeinsame Aufzucht des Nachwuchses wahrscheinlicher zu machen. Irgendwelche Gen-Varianten, die nicht die Fortpflanzung priorisieren oder sie nicht wenigstens ermöglichen, setzen sich evolutionär langfristig wohl eher nicht breit durch. Das menschliche Gehirn ist übrigens kein grundsätzlich anderes Ding als das eines Tieres. Es wird kein neues Konzept eingeführt, allenfalls Erweiterungen und Spezialisierungen. Bliebe noch die Menschwürde aber die ist gemäß der Wert-/Mitgiftheorie eine dem Menschen von Gott und/oder der Natur mitgegebener Wert. Auf die göttliche Schöpfung wird also hilfweise abgestellt bzw. eine naturgegebene Würde. Ob das plausibel ist, ist eine andere Frage. Richtig ist allerdings auch, dass wir uns gewissermaßen über die Natur erhoben haben. Der Mensch ist auf dem Planeten Erde der Chef. Er hat keine natürlichen Feinde, wenn es manchmal auch heißt, dass der Mensch dem anderen sein Wolf sei. Der von mir geschätzte Physiker Harald Lesch hat übrigens, für mich erstaunlicherweise, gesagt, dass Liebe ja nicht bloß Physik sei. Er hat es so gesagt, dass ich annehmen musste, dass er etwas höhereres in Liebe sieht, etwas was über der Naturwissenschaft steht. Allerdings könnte man grob gesagt Biochemie letztlich als eine Art von Physik ansehen, denn Chemie spielt sich hauptsächlich im Bereich von Kräften, welche zwischen Außenelektronen wirken ab. Harals Lesch hat mit vielen Dingen unzweifelhaft Recht, vielleicht liegt er auch in diesem Fall richtig.

Zurück zum Thema
Ich persönlich sehe mich übrigens als Europäer oder sogar schon, der von mir vermuteten weiteren Entwicklung, vorgreifend als Weltbürger. Manche behaupten schon von sich - auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend, dass es nämlich nicht total unwahrscheinlich ist, dass irgendwo im großen Universum jetzt im Moment intelligentes Leben existiert, eine Art Universumsbürger zu sein. Das erscheint mir ein wenig zu hoch gegriffen, denn man muss sich ja nicht überall gleich als Star-Trek-Fan outen :).

Fazit
Für eine echte Besorgnis besteht meines Erachtens nach, trotz dieser teilweise vielleicht unterkühlt wirkenden eher wissenschaftlichen Betrachtungsweise kein Anlass. Aber eine solche Herangehensweise birgt auch Risiken und Nebenwirkungen. Ich weiß, so mancher Wissenschaftler hat sich dazu hinreißen lassen u.A. skrupellos, gnadenlos und entschlossen Morde zu begehen, denn wenn ein Mensch ja eigentlich nur ein Zellhaufen ist, der sowieso irgendwann sterben muss, dann kann man dem doch auch ein wenig nachhelfen. Bei mir ist allerdings das Gegenteil eingetreten, ich achte jedes noch so kleine unbedeutend erscheinende Leben, und zwar umso mehr, je mehr ich erfahre. Selbst eine kleine unbedeutend erscheinende Ameise ist ein kleines Wunderwerk. Wenn jemand auf sie tritt ist sie tot und auch die modernste aufwendigste Technologie kann eine simple tote Ameise nicht wieder lebendig machen. Auch für irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe oder so besteht kein Anlass. Diese genaue Kombination von sämtlichen Merkmalen bis auf subatomare Ebene herab, kommt raumzeitlich betrachtet sehr wahrscheinlich nur ein einziges mal vor, jeder Mensch ist also selten. Strenggenommen wird jeder Mensch in jedem Moment ein neuer Mensch, denn es finden kleinste Veränderungen statt. Wir reisen ja auch alle in die Zukunft mit etwa 1s pro 1s. Diese Veränderungen werden jedoch erst in längeren Zeiträumen z.B. augenscheinlich sichtbar, d.h. man ist sich selbst durchaus ein Leben lang etwas ähnlich. Außerdem hat jeder Mensch mindestens schon einmal im Leben gewonnen, er war ein Sieger, denn längst nicht jedes Spermium ist auch erfolgreich. Davon mal abgesehen: Für viele Menschen sind sie vielleicht nur irgendein Mensch, für andere sind sie eine sehr wertvoller wichtiger Mensch, vielleicht sogar ein Freund, ein Bruder oder die Mutter. Viel Glück haben sie, wenn sie jemanden finden, der aus freien Stücken zu dem Ergebnis kommt, dass sie für ihn praktisch alles sind. Nur rein vorsorglich, wenn ich akut verliebt bin, denke ich nicht breit über irgendwelche Atome oder Biochemie nach, ich kann es genießen Schmetterlinge im Bauch zu haben und verträumt und abwesend in die Gegenf zu starren.


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