Zwei Texte, welche gemerged wurden, da Schizophrenie und Asperger-Syndrom einander ähnlich sind, gelegentlich gemeinsam auftreten oder sogar ineinanderübergehen.


Eingereicht von "Schizo" (Bernd aus Koblenz)

Schizophrenie und Ungerechtigkeit
Aus der Sicht eines Betroffenen: Psychisch Kranke trauen sich nicht etwas zu sagen, denn jeder Mensch hat Macht über dich, weil du einen Schwachpunkt hast. Jeder, der sich irgendwie beklästigt fühlt, kann irgendwo (Polizei, Arzt, Betreuer, Pfleger) anrufen und irgendwas über dich behaupten: Du bist ja der Schizophrene. Du muss dich also dem Erwartungsdruck beugen um als 'Normal' zu gelten. Und die Statistik über Schizophrene ist eine sich selbst bestätigende Statistik (Zirkelschluss), denn wenn schon Schizophrene aufgefallen sind, dann muss an einem bisher unauffälligen Schizo ja auch irgendwas faul sein. Dazu gehört auch folgendes Vorurteil: Wenn man ein einziges mal mit der Polizei in die Klinik verbracht wurde, ist jeder weitere Polizeikontakt einer, der wieder in die Psychiatrie führen kann.

Gefahr der Psychiatrie
Kontakt mit der Psychiatrie ist immer gefährlich. Es gibt keine Gegenargument gegen eine ärztliche Diagnose. Selbst wenn man Recht hat, dann ist man eben ein Querulant (querulatorische Persönlichkeitsstörung), "nicht einsichtsfähig", "nicht einwilligungsfähig", "nicht entscheidungsfähig", "in einer Krise". Wenn man keine Vorsorgevollmacht hat, ist eine Zwangsbehandlung gegen den eigenen Willen möglich (es wird dann gesagt, man habe keinen oder einen unfreien Willen).

Recht
Um eines vorwegzuschicken: Als schizophren gilt man schon, wenn man gelegentlich (objektiv unbegründet) glaubt abgehört zu werden, ohne, dass dies sich auf weitere Lebensbereiche auswirkt. Außerdem hat die Medizin Fortschritte gemacht, alle 4 Wochen eine Spritze (wobei die Behandlung freiwillig ist) und der Patient ist symptomfrei - wie vor dem Ausbruch der Schizophrenie (Die Behandlung ist übrigens freiwillig weil es sogar ein Recht auf Krankheit gibt.) Es besteht an für sich also kein zwingender Grund für Sondergesetze bzw. besondere Rechtsvorschriften, denn wie ein Rechtsgrundsatz sagt: Im wesentliches Gleiches soll gleich und Ungleiches soll ungleich behandelt werden (Gleichheitsgrundsatz). Bei Vorliegen einer Schizophrenie wird alles, jede noch so natürliche menschliche Regung (Jähzorn, Unvernunft, Irrtum, Traurigkeit) durch die Schizophreniebrille betrachtet. Eine Schizophrenie hat also Strahlwirkung auf das gesamte rechtliche Zeugs. Es wird nur noch die Schizophrenie und nicht mehr der Mensch gesehen

Beispiele:
-Meinungsfreiheit/Selbstzensur: Davon macht ein Schizo nicht viel Gebrauch, er versucht konform zu gehen und nicht aufzufallen, sonst behauptet jemand, dass die Meinung ein Symptom seiner Krankheit sei und gewinnt Macht über ihn.
-Unvernunft: Wenn ein Normalo von seinem Recht auf Unvernunft Gebrauch macht (Selbstbestimmungsrecht) sagt niemand etwas, wenn ein Schizo mal unvernünftig ist wird er untergebracht (Unterbringung nach PsychKG mit richterlichem Beschluss in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses).
-Betreuung: Wenn ein Schizo seine Angelegenheiten nicht ordnungsgemäß regeln kann wird er betreut(rechtliche Betreuung = Entmündigung light), einem Normalo passiert nichts. Auch nicht wenn er sich total verschuldet und 20 unnütze Handyverträge abgeschlossen hat. (§ 1896 BGB)
-Betreuung: Wenn ein Schizo seine Angelegenheiten nicht ordnungsgemäß regeln kann wird er betreut(rechtliche Betreuung = Entmündigung light), einem Normalo passiert nichts. Auch nicht wenn er sich total verschuldet und 20 unnütze Handyverträge abgeschlossen hat. (§ 1896 BGB)
-Obdachlosigkeit/Individuelle Gestaltung des Lebens: Während ein Normalo Obdachlos sein darf, wird bei einem Schizo gleich krankheitsbedingte Verwahrlosung gesehen.
-Wutausbruch: Während ein Normalo mal ausrasten darf und das herumzickende Handy gegen die Wand werfen darf, wird bei einem Schizo gleich eine psychotische Episode (Krisen, Psychose) vermutet.
-Sorgerecht: Hier zieht mal als Schizo den kürzeren
-Straßenverkehr: Schnekll gerät der Führerschein in Gefahr wenn man auffällig wird, dabei machen auch Normalos Fahrfehler.
-Ordnungswidriges Verhalten/kleinere Straftaten: Während ein Normalo nach wenigen Stunden wieder aus der Polizei herausspaziert, wird ein Schizo bei Auffälligkeiten sechs Wochen lang auf richterlichen Beschluss "untergebracht", eine Vorverurteilung für das sich evtl. anschließenden Strafverfahren. Hier gibt es keine Unschuldsvermutung und keinen Erfordenis rechtlichen Gehörs, er wird idr. durch einen Verfahrenspfleger vertreten (Siehe: Das irre PsychKg) Falls er doch gehört wird, wird er nicht ernstgenommen, nur die einseitigen Zeugenaussagen und Berichte dritter zählen also. Übrigens: Es darf in Unterbringungssachen nicht - aus einem Fürsorgegedanken heraus - auf die Nützlichkeit bzw. Wünschenswertigkeit oder Vorteilhaftigkeit einer Unterbringung ankommen, z.B. damit der Betroffene eine Heilbehandlung erfährt sondern alleine auf die Gefahrenabwehr (Ist eine Gefahr für sich und andere). (§ 11 PsychKg RLP)
-Größere Straftaten: Während Normalos ihren wohl definierten Entlassungstermin bekanntgegeben bekommen, schwebt über Schizos das Damoklesschwert der Unendlichkeitshaft, denn nach Ablauf der Frist wird in der Forensik die "Gefährlichkeit" neu überprüft. Wärend Schwerverbrecher im normalen Knast nach ihrer fest angeordneten Haftzeit (eher noch früher) einfach so nach Hause spazieren bleiben Schizos evtl. lebenslang, ursprünglich wegen einer Kleinigkeit, im Psychoknast (Forensik/Maßregelvollzug). Früher galt es als angesagt auf vermindert oder nicht-schuldfähig zu machen, heute nicht mehr. Es gilt als Kunstfehler mit diesem Argument zu verteidigen, denn die Haftstragen in der Forensik (Maßregelvollzug) sind, bei gleichem Tatvorwurf, bis zu 10 x länger als für Schuldfähige in üblichen Haftanstalten.

Ein Fall aus der Praxis: Sie werden wegen einer Sachbeschädigung sechs Wochen untergebracht und es steht die Frage ihrer Schuldfähigkeit im Raum. 1. Für das sich dem Unterbringungsverfahren anschließende Strafverfahren wäre es ratsam zu schweigen, bis sie ihren Anwalt konsultiuert haben (Aussageverweigerungsrecht) aber sie möchten sich vor dem Richter, der für die Unterbringung zuständig ist "verteidigen" - wobei diese Aussage im Strafverfahren genutzt werden könnte - um früher rauszukommen. Wie verhalten sie sich jetzt? Egal wie sie es machen, sie kommen in die Bredouille, denn durch diese Dreieckspeilung wird ihre Position verortet. Sie genießen keinen effektiven Rechtsschutz mehr. Dazu kommt noch folgendes: Der Gutachter, der im Auftrag der Staatsanwaltschaft, ihre Schuldfähigkeit begutachten soll weist sie in seiner BEfragung auf kein Zeugnisverweigerungsrecht hin. Tipp: Der BGH hat festgestellt, dass wenn ein psychisch kranker einen "lichten Moment" zum Tatzeitpunkt hat, so ist er ganz normal schuldfähig. Wenn sie einen lichten Moment hatten, geben sie es an. Es ist ratsam sich ganz normal verurteilen zu lassen statt auf Schuldunfähig zu machen, denn siehe Straften (Stichwort: Unendlichkeitshaft).

In Anlehnung an "Racial Profiling" findet sozusagen ein "handicapped Profiling" (Behintertenprofiling) statt - diskriminierend. So bleibt vom Selbstbestimmungsrecht nicht mehr viel übrig und der Schizo lebt in Angst vor Verfolgungsbetreuung. Kritik am PsychKg Rheinland-Pfalz. Sicher haben Sie mitbekommen, was für ein Wirbel um verschiedenene Polizeiaufgabengesetzte gemacht wurde. Ein Grund war, dass man in Haft genommen werden kann, ohne dass eigentlich was passiert ist. Psychisch kranke kennen derlei Regelungen schon lange. In PSychKg Rheinland-Pfalz §11 Abs 2 heißt es: "Eine gegenwärtige Gefährdung im Sinne des Satzes 1 besteht dann, wenn infolge der psychischen Erkrankung ein schadenstiftendes Ereignis unmittelbar bevorsteht oder sein Eintritt zwar unvorhersehbar, wegen besonderer Umstände jedoch jederzeit zu erwarten ist. Die fehlende Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, rechtfertigt für sich allein keine Unterbringung." Das ist ein Gummiparagraph, zu unbestimmt, denn man kann mit ihm immer eine Unterbringung rechtfertigen. Evtl. ein verstoß gegen das Bestimmtheitsgebot. Der Bürger muss genau wissen: Wenn ich a tue, wird b eintreten. Nicht: Wenn ich a tue/nicht tue wird vielleicht b eintreten. Erinnert an die Redewendung: "Was hätte nicht alles passieren können", aber "hätte, hätte, Fahradkette": Aber um hinreichend bestimmt zu sein, muss davon ausgegangen werden WAS IST und nicht was SEIN KÖNNTE.

An alle Angestellten, die ihr mit Menschen, die unter psychisch kranken/seelischen Störungen leiden, zu tun habt: Ihr müsst sehr differnzieren zwischen krankheitsbedingten Symptomen der Schizophrenie und menschseinbedingt (allzu menschlichen normalen Regungen bei Ausübung des freien Willens). Persönlicher Vorteil, Gewinnmaximierung, Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit, Routine, Übertreibungen, Phrasen, Floskeln und Zweckmäßigkeit (Zweckoptimismus: Dieser Mann braucht Hilfe, weil ich welche anbiete) sind fehl am Platze.

Tipps Für 10 € mtl. gibt es eine Rechtsschutzversicherung (ohne Module: Beruf, Wohnung, Verkehr) und das ist wichtig falls es zu einem Prozess kommt, denn dann kann man auf einen Rechtsanwalt (Am Besten Fachgebiet Betreuungsrecht & Strafrecht, wobei für Straftaten idR. keine Rechtsschutzversicherung zu haben ist) zurückgreifen. Auch eine Haftpflichtversicherung für rund 50 € pro Jahr ist wichtig. Sie zahlt Schäden falls man zum Tatzeitpunkt deliktsfähig war und zahlt auch einen Rechtsanwalt um Ansprüche abzuwehren. Außerdem sollte man sich beizeiten im Internet einen geeigneten Rechtsanwalt heraussuchen und seine Telefonnummer in die Brieftasche legen und immer mit sich führen. Alle Rechtsgebiete können warten bis man in Ruhe einen geeigneten Anwalt herausgesucht hat, nur das Strafrecht nicht. Polizeikontakt: Nun brauchen sie ggfls. sofort Rechtsberatung. Es empfiehlt sich einen Fachanwalt für Strafrecht herauszussuchen, der sich nebenbei noch auf Betreuungsrecht spezialisiert hat. Man sollte vielleicht besser keinen Rechtsanwalt beauftragen, der sonst nur Mietsachen, Sozialhilfe und dergleichen macht. Tipps Nummer 2: Immer eine fertig gepackte Krankenhaustasche b ereithalten, darin idealerweise auch /Psychiatrische) Vorsorgevollmacht (Wer entscheidet für mich, wenn ich nicht mehr klar im Kopf bin, Patientenverfügung (Was soll medizinisch geschehen wenn ich nicth mehr einsichtsfähig/einwilligungsfähig bin) und eine Betreuungsverfügung (Wer soll mein Betreuer sein, wenn ich meine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann). Diese Vollmachten/Verfügungen entfalten evtl. nur dan Rechtskraft, wenn man zum Zeitpunkt der Unterzeichnung entscheidungsfähig war (Attestieren lassen) und die Unterschriften beglaubigt wurde.

Nicht den Kopf hängen lassen Vielleicht werden sich auch noch viele Dinge ändern, wenn endlich die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt wird und die Nachteile gegenüber Normalos, evtl nach Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht, verschwinden.

Missverständnis
Warum werden z.B. Blinde nicht betreut? Blinde werden nicht betreut weil sie frei entscheiden können obwohl es _wünschenswert_ wäre, vielleicht sogar vorteilhaft, ihnen zu helfen ist es _nicht_ _erforderlich_ eine rechtliche Betreuung ist nämlich nicht praktische Alltagshilfe sondern ein Stück weit auch Entmündigung. Genau so geht's den meisten schizophren sie sind bei klarem Verstand (symptomfrei) und nicht psychotisch, d.h. sie sind entscheidungsfähig - Medikamenten sei Dank!.

Special Asperger Syndrom (Asperger Autismus, veraltet: autistische Psychopathie), eingereicht von Schmitti.

Die angebliche Autistenschwemme wird u.A. damit erklärt, dass insb. der Asperger Autismus durch die Medien bekannter wurde. ich kann ihnen dazu nur folgendes sagen, unter den diagnostizierten Asperger Autisten sind wahrscheinlich auch relativ viele normale Menschen dabei. Das kann seinen Grund auch darin haben, dass irgendwann vor vielen Jahren plötzlich viele, die mal gut in der Schule waren und wenige oder gar keine Freunde hatten, plötzlich felsenfest davon überzeugt waren hochbegabte Asperger Austisten zu sein. Zahlreiche Eigendiagnosen/Selbstdiagnosen waren die Folge. Sie haben sich ihr Asperger Syndrom sozusagen individuell aus den im Internet verfügbaren Informationen zusammgestellt, sind mit der Story damit zum Psychiater getappelt und haben schließlich auch in vielen Fällen ihre Wunschdiagnose erhalten. Es wurde also eine Art Modediagnose. Genauso wie bei AD(H)S: wer weiß wieviele Kinder vielleicht manchmal tatsächlich etwas schwierig zu erziehen sind und auch mal den Zappelphillip oder gar den Schreikasper raushängen lassen aber im Grunde gar keine echte Störung aufweisen aber trotzdem entsprechende Medikamente erhalten, welche u.U. - es ist derzeit noch ungeklärt -.einige Spätfolgen haben könnten. Achso, es wurde davor gewarnt zum Berufsautisten zu werden, denn manche haben sich einreden lassen bzw. ihre eigene Story geglaubt, dass sie bestimmte Dinge nicht könnten, z.B. konnten einige nicht mehr smalltalken, was vor der Diagnose noch ging. Außerdem kann folgendes Phänomen auftreten, jemand outet sich sozusagen überall als Autist, als ob das eine andere Menschenart wäre, in erster Linie ist jemand ein Mensch, der meinetwegen unter Autismus leidet. Ich kann das Getue um die Asperger-Diagnose ja nachvollziehen, wer wollte nicht schwarz auf weiß bescheinigt bekommen evtl. so klug wie Einstein zu sein? Nur so als Tipp: Es gibt einschlägige Communities im Netz und dort oft auch inoffizielle Ärztelisten, wo gelistet ist bei welchen Ärzten man eher mit viel Aufwand rechnen muss oder relativ schnell zu einer Diagnose kommt. Es kann auch sein, dass sie keine lupenreine AS-Diagnose erhalten sondern z.B. eine Formulierung wie: "differientialdiagnostisch kommt auch eine schizoide Störung in Betracht" sie begleitet. Es gibt übrigens keinen Laborwert der ein Asperger-Syndrom beweisen könnte, selbst wenn eines vorliegen sollte können unterschiedliche Psychiater zu völlig unterschiedlichen Ansichten kommen, z.B. wenn man mehrere Psychiater der Reihe nach aufsucht erhält man folgende Diagnosen: Anpassungsstörung, Schizophrenie, Garnichts, Gespaltene Persönlichkeit etc. Ich weiß: Frag 3 Mediziner und du erhälst 4 Meinungen... Noch was: Echte Inselbegabungen findet man insb. unter den Savants, viele Savants sind Autisten, diese Aussage kann man aber nicht umkehren zu: Viele Autisten sind Savants! Von all dem mal abgesehen: Asperger Syndrom wird eigentlich am besten schon im Kindesalter festgestellt. Es scheint vielen Menschen sehr wichtig zu sein, irgendwie den Status hochbegabt zu erreichen, dabei hat der Begriff einen Bedeutungswandel erfahren. Es gab schon früher hochbegabte Menschen, sie haben ihr Mitschüler und irgendwann auch ihre Lehrer und ja: ihr gesamtes Umfeld überflügelt. Hochbegabung heute bedeutet manchmal: Das Kind kommt in der Schule nicht klar, es langweilt sich weil alles so einfach ist und keine Förderung stattfindet. Ich kann mich manchmal des Eindrucks nicht erwecken, dass manche Eltern sehr ehrgeizig sind und nicht damit klarkommen, dass ihr Kind vielleicht nur etwas faul ist, objektiv dümmer ist, z.B. nur unter Dyskalkulie leidet oder gerade einen Durchhänger hat. Vielleicht spielen in dem ein oder anderen Fall auch Drogen, ein schlechter Umgang, oder eine biestige Freundin eine Rolle. Vielleicht sollte man ergebnisoffen auch in diese Richtungen forschen bevor man sich im Internet lauthals beschwert, dass niemand die Hochbabung des Kindes sehen möchte. Alle haben sich verschworen: Mitschüler, deren Eltern, die Lehrer, Psychiater... alle böse. Man sollte auch nicht vergessen, dass das Asperger Syndrom über seine Stärken sondern über seine Einschränkungen definiert wird.

Asperger - Milde Ausprägung
Mit einem milden AS, manchmal auch als autistische Züge aufwesend, bezeichnet kann man i.d.R. ganz normal weiterleben. Manche Mediziner meinen sogar, dass es gar keinen Krankheitswert hat, obwohl es natürlich im ICD 10 als F84.5 Asperger Syndrom gelistet ist. Es sei in einigen Fällen so leicht, dass es sozusagen im Grundrauschen der Charakterzüge untergehe und es verursacht keinen Leidensdruck und auch das Zusammenleben in der Gemeinschaft, die soziale Teilhabe, ist nicht behindert. Man muss auch immer daran denken, dass Autismus im Allgemeinen ein Spektrum darstellt, es geht also von gaaanz leichten autistischen Zügen bis zu richtig harten Fällen. Auch hier ist nicht alles gleich ausschließlich dem Autismus zuzurechnen, denn es gibt in einigen Fällen auch komorbide Krankheiten, die das Gesamtbild beeinflussen. In älteren Quellen findet sich noch der Hinweis, dass das Aspergersyndrom etwa bei einer von 100.000 Personen festgestellt werden kann. Diese Zahlen dürften mittlerweile überholt sein. Woran das genau liegt, dafür habe ich oben schon Gründe genannt. Vielleicht ist es aber auch tatsächlich eine erhöhte Aufmerksamkeit, die dazu führt.

Inoffizielle Symptome des Asperger Syndroms
Neben den Beispielen, die auf vielen Webseiten genannt sind, hier noch ein paar Beispiele für "Symptome"", die auf ein AS hinweisen könnten, welche aber in den offiziellen Diagnosekriterien nicht genannt sind. Teilweise sind es Einzelbeobachtungen, die natürlich nicht verallgemeinert werde können:
Asperger Autisten
-sagen zu sich selbst: "du"
-haben eine große Angst vor Veränderung
-benutzen ken Deo
-lieben Wortspielereien
-verstehen keine Ironie, nehmen alles wörtlich
-können keinen Smalltalk betreiben
-wackeln mit dem Oberkörper vor und zurück
-werden gerne mal kriminell
-hätten feine Antennen (Ein Gespür für die Situation/die Stimmung)
-würden von ihren Mitschülern sozusagen gefressen werden, wenn sie nicht geschützt würden
-leben in ihrere eigenen Welt
-haben keine Empathie - keine Theory of mind, sie fragen z.B.: "Warum machst du Wasser in die Augen", wenn jemand weint.
-weisen sprachliche Auffälligkeiten auf, z.B. sprechen sie ohne zu modulieren auf einer Tonhöhe
-längere filigranere Finger
-denken auch in Bildern
-ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl
-leichte Paranoia
-erhöhte paranormale Vorgänge im Umfeld

-rauchen nicht, und wenn doch dann nur zur Tarnung

Hinsichtlich der Frage ob jemand Asperger-Syndrom automatisch irgendwann eine Schizophrenie entwickeln würde, gälte die Drittel-Regelung:
1/3 entwickelt niemals eine Schizophrenie
1/3 entwickelt zumindest zeitweilig eine Schizophrenie
1/3 bleibt dauerhaft in einer Schizophenie

Es wurde auch öfter spekuliert ob das Asperger Syndrom irgendwie mit genetischen Einstreuungen von anderen Menschenarten zusammenhängen könnte, z.B. der Neanderthaler wurde hier öfter genannt. Auch wird spekuliert ob Autismus im Laufe der weiteren Evolution der Normalfall werden könnte. Im Silicon Valley will man schon eine erhöhte Dichte von Autismus ausgemacht haben. Gelegentlich wurde auch gescherzt, jemand leide gar nicht unter Autismus sondern sei auf der zwanghaften Suche nach einem Syndrom, dass ihn beschreibe, er leide an einem Syndrom-Sucher-Syndrom oder gar einem Syndrom-Schnorrer-Syndrom.

Wie erwähnt, dass sind keine harten wissenschaftlichen Fakten, sondern z.T. Einzelbeobachtungen bzw. Vermutungen aus... naja auch dubiosen Quellen, ich habe sie hier nur der Vollständigkeit halber aufgeführt.

Wie ich überhaupt zu diesen Ansichten/Erkenntnissen komme Ich habe eine entsprechende Community jahrelang administriert und moderiert, also das technische und inhaltliche Zeugs gemanagt. Auch habe ich vieles gelesen, was damals an Literatur zu dem Thema verfügbar war - auch die Bücher von Betroffenen. Ich weiß also ungefähr wovon ich rede, insb. da ich die Diagnose auch mal erhalten habe, was mich aber ehrlichgesagt nicht wirklich überzeugt hat. Ich habe versucht keine sektenartige Strukturen zu fördern, welche z.B. an den großen bösen Amalgam-Gott glauben, der alle Menschen mit Amalgam überzieht und sie so krank macht, was sich allerdings gar nicht beweisen lässt da die Medizin mal wieder eine Verschwörung betreibt. Auch wenn man gar keine Amalgam-Füllungen hat, dann stammt das Quecksilber halt aus der Impfung oder die eigene Mutter hat sich in einen hinein entgiftet, als man an Fötus in ihrem Bauch war. Absurder gehts ja teilweise gar nicht mehr. Auch habe ich versucht zu verhindern, dass Ferndiagnosen gestellt werden, insb. dann wenn jemand bekanntermaßen keine entsprechende Kompetenz besaß und an seinen Ratschlag gekoppelt immer die Empfehlung kam, irgendwelche privat zu zahlende Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Ein echtes Medikament muss einen Wirkungsnachweis erbringen. Manchmal wird bei bestimmten Substanzen/Wirkstoffen auch eine traditionelle Anwendung respektiert aber im Großen und Ganzen darf, zumindest in der EU vom Hersteller oder Händler nicht mehr mit Linderungs- oder gar Heilversprechen geworben werden, wenn keine Belege dafür vorhanden sind.

Leistungsprofil einer Diagnose
Eine Diagnose kann auch Nachteile haben, z.B. in Hinsicht auf keine Chancen mehr am ersten Arbeitsmarkt sondern Arbeit in einer Behinderwerkstatt, monotone stupide Tätigkeiten, welche unter Mindestlohn entlohnt werden. Im Gegenzug gibts auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis mit rund 50%, je nach Schwere der Summe der Einschränkungen. Mehr Urlaubstage, mehr Kündigungsschutz (Einstellungshindernis) . Evtl. Berufsverbot bei psychischer Erkrankung. Erwerbsminderungsrente ist möglich. Alles kann eben Merkmale haben, die man in der ein oder andern Situation als Vor- und Nachteile bezeichnen könnte.

Geist/Seele/Psyche
Ein Geist, eine Seele oder eine Psyche wurde strenggenommen niemals wissenschaftlich nachgewiesen, jedenfalls nicht im Sinne von etwas nichtstofflichem, was sich außerhalb unserer physikalischen Welt befindet. Man kann also durchaus davon ausgehen, dass jede psychische Störung/Krankheit (Variante) letztlich eine Repräsentation eines körperlichen Zustandes darstellt. Dafür spricht auch, dass Wirkstoffe einen deutlichen Einfluss auf die Psyche haben. Was auch immer genau Psyche/Geist/Seele letztlich genau sind, sie wechselwirken offenbar mit der bekannten physikalischen Welt. Ich muss allerding darauf hinweisen, dass Aristoteles’ These „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" zutreffen könnte, wenn man also annimmt, dass Atome selbst, auch nicht nur ein rudimentäres, Ich/Bewusstsein/Intelligenz haben, bildet dennoch eine bestimmte Anordnung von ihnen etwas, was wir ein Bewusstsein nennen.

Stigmatation von Menschen, welche eine psychisch/geitig/seelisch Störung/Krankheit aufweisen
Wenn z.B. der Blutdruck etwas zu hoch ist, macht keiner eine große Sache daraus, wenn aber die Balance einiger Neurotransmitter zeitweilig gestört ist, fühlen sich manche gleich hinsichtlich ihres eigenen Selbstverständnisses angegriffen, vielleicht stellen sie sogar die eigene Daseinsberechtigung in Frage. Dazu besteht meiner Meinung nach kein Anlass. Es mag richtig sein: In der öffentlichen Meinung oder zumindest in der veröffentlichten Meinung und in der (Be)wertung oder allgemeiner formuliert im Ansehen, stehen psychische Erkrankungen irgendwie deutlich unter physischen Erkrankungen. Aber unter dem Gesichtpunkt, dass alles letztlich körperlich ist, erledigen sich diese Überlegungen.

Ein Zitat zum Schluss:
"Die Erkenntnis, dass psychische Störungen keine naturgegebenen Dinge sind wie Atome oder Pflanzen, sondern von Experten gemachte Definitionen, ist von großer Bedeutung. Deren Unterscheidung von "normal" und "gestört" beeinflusst unser aller Leben."

by by Bernd T. & Schmitti (November 2017)